Eindrücke David Teil 4

Die Berge kamen immer näher
Die Berge kamen immer näher

Tag 13 (06.04) Ruzomberok-Strbske pleso

Distanz: 75,26 km

 

Das Wetter war toll und wir hatten eine sehr schöne Etappe vor uns. Im Hintergrund die Berge, durchradelten wir verschlummerte Dörfer und passierten einige Seen. Es ging die ganze Zeit leicht bergauf. Erst am Ende wurde es etwas steiler. 10 km vor dem Ziel gab es wieder Knieprobleme. Martin zeigte seine Hobby-Chiropraktikerkenntnisse und drückte kräftig auf meinen Rücken, während ich im Gras auf dem Bauch lag. Es krachte ziemlich laut. Ich schwang mich wieder auf den Sattel und versuchte weiter zu fahren. 2 km vor dem Ziel, setzte auch noch der Regen ein. Mit letzter Kraft schafften wir es halbwegs trocken ins Ziel. Ein etwas älteres Zimmer mit Gemeinschaftsbad wartete auf uns. Für den Preis war es angemessen. Radfahren macht hungrig und so kochten wir erstmal Nudeln. Als Vorspeise nicht schlecht. Wir machten uns gleich danach auf, zum nächsten Restaurant. Martin bestellte sich eine riesengroße Pizza und bei mir gab es Spätzle mit Ziegenkäse, die Portion war auch mehr als reichlich. Wir schienen unseren Hunger doch ein wenig überschätzt zu haben und mussten nach der Hälfte unseres Essens aufgeben. Das restliche Essen wurde eingepackt und so hatten wir gleich etwas für den nächsten Tag.

Tag 14 (07.04) Strbske pleso  (Ruhetag 1)
 
Martin hatte sich heute die Gerlachspitze vorgenommen. Da es in einem kleinen Dorf in den Bergen keine Physiotherapie oder einen Chiropraktiker gab, hatte ich in einem Hotel Massagen und ein paar Übungen gebucht. Es war nicht ganz billig, aber ich brauchte Hilfe und sah es als ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. In dem Hotel angekommen, wurde ich im Wellnessbereich in den Fitnessraum geführt. Ich erzählte von meinem Knieproblem, doch die Trainerin schien keine Gnade zu kennen. Ich sollte mich zwischen Fahrrad, Laufband oder Stepper zum warm machen entscheiden. Der Stepper erschien mir das kleinste Übel und ich hielt tapfer die 20 Minuten Erwärmung durch. Danach wurden Beinübungen mit Equipment gemacht...ich hatte ja gesagt, dass ich was für mein Knie tun wollte. 40 Minuten später hatte ich es überstanden und ich kam in den nächsten Raum, wo mir Stanislav Rücken und Beine massierte. Am Ende gab es noch eine Gesichtsmassage, dann humpelte ich langsam zu unserer Unterkunft zurück .Martin hatte sich entschieden am nächsten Tag den Rysy (höchster Berg Polens) zu erklimmen, was mir einen zusätzlichen Ruhetag brachte.

Tag 15 (08.04) Strbske pleso  (Ruhetag 2)

 

In der Nacht wachte ich mehrmals auf, wegen der Schmerzen an meinem Knie. Martin machte früh los zum Rysy und ich blieb den ganzen Tag mit kühlender Bandage und hochgelegten Bein im Bett. Am Nachmittag kam Martin zurück. Diesmal hatte er es geschafft und den Berg erklommen. Um etwas an die frische Luft zu kommen, ging es zum Essen noch kurz ins Dorf. Abends schauten wir "Better call Saul" auf Netflix.

Ausblick auf den ersten Kilometern
Ausblick auf den ersten Kilometern

Tag 16 (09.04) Strbske pleso - Kosice

Distanz: 130,27 km

 

Am Morgen machte ich mir selber ein Tape. Eigentlich wollte ich nur bis ins nächste Dorf mitfahren, um in einem Hostel unter Leute zu kommen. Die Abfahrt war sehr nebelig und man hatte das Gefühl durch die Wolken durch zu fahren. Da ich im nächsten Dorf noch keine Schmerzen hatte, entschied ich mich weiterzufahren. Niemals hätte ich gedacht, es bis nach Kosice zu schaffen. Als wir am Hostel ankamen, wurde das auch sofort mit einem leckeren Siesta Ale gefeiert. Wir lernten noch einige Leute aus dem Hostel kennen, mit denen wir einen schönen Abend verbrachten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Schneider Birgit (Donnerstag, 21 April 2016 19:57)